Restschuldversicherung

 

Die Restschuldversicherung kann eine prima Sache sein. Sie greift, wenn der Kreditnehmer arbeitslos oder arbeitsunfähig wird, und übernimmt im Todesfall die Zahlung des offenen Saldos. Das ist die Theorie und die Verkaufsargumentation der Banken. In der Praxis ist die Restschuldversicherung ein Luxus, auf den Kreditnehmer auch verzichten können.

Je nachdem, wie der Kreditvertrag (Was ist ein Kreditvertrag?)gestaltet wird, können mit einer Restschuldversicherung alle Eventualitäten abgesichert werden oder nur Teile, wie der Todesfall. Für den Kunden stellt das eine zusätzliche Sicherheit dar, für die Banken ohne Frage auch, aber in erster Linie verkaufen die Banken die Restschuldversicherung, weil sie damit richtig viel Geld verdienen.

Die Restschuldversicherung treibt Kreditkosten in die Höhe

Viele Verbraucher, die eine Restschuldversicherung abschließen, wissen nicht, dass sie neben dem Kreditvertrag gleich noch einen Vertrag, der vom Kreditvertrag unabhängig ist, abgeschlossen haben. Wie teuer die Versicherung ist, sehen Kreditnehmer auch nicht auf den ersten Blick, weil die Kosten dafür nicht im Sollzins ausgewiesen werden. Würden die Kosten für die Restschuldversicherung von vornherein in den Zinssatz eingerechnet werden, würde manchen Kreditnehmer der Atem stocken, wenn er sieht, wie die Restschuldversicherung den Kredit verteuert.

Selbst Finanzexperten und Verbraucherschützer raten Verbrauchern dazu, keine Restschuldversicherung abzuschließen, weil der angebliche Schutz viele Fälle nicht abdeckt. In der Regel greift sie in den ersten drei Monaten nach Abschluss des Vertrages gar nicht und bei Arbeitslosigkeit ist nur ein Jahr abgedeckt. Da die Restschuldversicherung auch ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen wird, versteht sich zudem von selbst, dass Krankheiten oder auch der Todesfall nur dann abgesichert sind, wenn sie nicht vor Abschluss des Kreditvertrages schon bestanden haben. Wer zum Beispiel an Krebs stirbt und den bei Abschluss des Kreditvertrages schon hatte, wird keine Leistung aus der Restschuldversicherung für die Hinterbliebenen bekommen.

Für Kreditnehmer, die bereits eine Kapitallebens- oder eine Risikolebensversicherung haben, ist die Restschuldversicherung immer überflüssig.

Die Restschuldversicherung bei einer Baufinanzierung

Hier ist die Lage anders, denn es geht auch um ganz andere Kreditsummen. Die Absicherung für den Todesfall ist immens wichtig, besonders dann, wenn die Raten aus dem Einkommen eines Partners getilgt werden. Aber auch hier empfiehlt sich vor Abschluss einer solchen Versicherung der Versicherungsvergleich, weil die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern enorm sind.

 

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